sosindmaenner

Zurück

Männer sind doch eine ziemlich eigenartige Spezies. Sie haben mehr Ahnung von Technik als wir Frauen. Sie  wissen was ein  Chassis ist, können Staubsauger zusammenbauen, und wissen was ein Puls und was ein Minuspol ist   Sie wissen welche Teile in ein Auto gehören, und sie wissen sogar an welche Stelle diese Teile eingebaut werden. Was sie allerdings nicht wissen ist, dass man sich ab und zu neue Kleidung zulegt. Ein verheirateter Mann braucht keine Kleidung Ich habe noch keinen verheirateten Mann erlebt der eine neue Hose brauchte. Nein, nicht einmal ein  paar Socken oder einen neuen Pyjama braucht ein  Mann. Es gibt Männer die sind der Ansicht die Socken die sie vor zwanzig Jahren geschenkt bekommen haben müssten ewig reichen.  Socken können gestopft werden, schließlich hat die Mutter früher auch Socken gestopft. Wenn ein Socke zu kaputt ist, egal ob an der Ferse oder an den Zehen man kann  ihn zusammennähen. Schließlich wäre man früher anno 1945 froh gewesen so einen zusammengenähten Socken überhaupt zu haben. Das heute gestopfte Socken keinen guten Eindruck machen ist eigentlich nicht einzusehen. Ob wirklich zusammengenähte Socken nicht tragbar sind, wie immer behauptet wird muss erst einmal ausgetestet werden. Nun gut, sie drücken vielleicht ein bisschen aber welchen Mann hält so etwas ab, trotzdem die gestopften oder zusammengenähten Socken zu tragen. Viel schlimmer ist aber, dass die Frauen den Männer keine Gelegenheit dazu geben es auszuprobieren. Der Pullover kann noch so ausgeblichen sein, dass seine ehemalige Farbe nicht mehr zu erkennen ist. Die Schuhe hält nur noch der Dreck zusammen, oder die Hose zerfällt schon in ihre Einzelteile, ,,Mann" braucht nie etwas Neues zum anziehen. Wehe die Gattin kommt einmal auf die Idee etwas von der alten Kleidung ihres Gatten in die Kleidersammlung zu geben. Unter Garantie schlägt das Schicksal gleich wieder hart zu. Ihren Gatten fällt einen Tag später die Jacke ein die  er noch im Schrank zu hängen hat, eben die Jacke die er schon drei Jahrelang nicht mehr getragen hat und die die Gattin nun in die Altkleidersammlung gegeben hat. Das harte Donnerwetter folgt auf dem Fuße. ,,Wie kannst du nur die schöne Jacke weggeben, die habe ich doch immer so gerne angezogen“. Deshalb hat sie auch drei Jahrelang ungetragen im Schrank gehangen, denkt die arme Frau und duckt sich unter seinen harten Worten. Mutig versucht sie einzuwerfen, „nun hat sie vielleicht ein Bedürftiger bekommen“.

„Was heißt hier Bedürftiger, das war meine beste Jacke, ich habe sie nur drei Jahrelang nicht anziehen können weil du sie so gut vor mir versteckt hast das ich sie nie gefunden habe. Aber an sie gedacht habe ich immer, sonst hätte ich ja heute nicht nach ihr gefragt.“

Greift dann die liebe Gattin einmal bei C&A zu einer neuen Jacke, in der Herrenabteilung, bekommt

sie dann gleich wieder zu hören, ,, hättest du meine schöne Jacke nicht weggegeben bräuchte ich nun keine neue.“ Geduldig geht Werner mit mir einkaufen. Er sucht Hosen und Pullover für mich aus, er holt während ich in der Kabine verzweifelt Klamotten anprobiere, geduldig noch mehr Kleidung für mich von der Stange.

Jede Frau weiß wie anstrengend die An -und Auszieherei bei einer Anprobe ist.  Man kommt dabei schön in schwitzen. Mal ist der Pullover zu groß, naja bei mir ist er meistens zu klein, das heißt dann eben wieder den neuen Pullover ausziehen, den eigenen alten Pullover wieder anziehen und eine andere Nummer von der Stange holen. Bei dieser Prozedur hilft mir mein Mann dann wirklich. Nervend allerdings ist dabei die Musik die den ganzen Tag im Kaufhaus läuft.

Da ruft  dann jemand durchs Mikrofon „hallo Sie da, ja Sie bei den Pullovern, waren Sie schon in der Delikatessenabteilung?“ Ich komme ins Grübeln mich kann der Ansager ja nicht gemeint haben. Ich bin in der Kabine sollte der vielleicht Werner gemeint haben der ist ja an den Pullovern. Bin mit meinen Gedankengang noch nicht am Ende da singt Karel Gott von seiner Biene Maja. Ist der fertig singt ein Kinderchor von Berlin und danach soll ich wieder in die Delikatessenabteilung gehen.

Habe ich dann gefunden was ich wollte und schaue nur mal mit den Augen in die Herrenabteilung, fällt Werner ein wie spät es ist und wir unbedingt nach Hause fahren müssen. Der Kater wird uns schon vermissen und zur Rushhour müssen wir wirklich nicht fahren.  Dabei ist es gerade mal 12 Uhr Mittags, zeigt mir ein Blick zur Uhr.

,,Ich brauche nichts anzuziehen habe noch alles, außerdem gibt du ja doch alles in die Altkleidersammlung“

unter den Klängen „leise rieselt der Schnee“  geht es in Richtung Kasse.

Einmal sah ich eine Frau die mit ihrem Mann durch C&A laufen, als sie nach einen Herrenpullover griff keifte der Gatte sie so, das ihr vor Schreck der Pullover aus der Hand fiel. „Ich brauche nichts, kaufe du dir mal was du willst.“

 Ich weiß nicht warum sich die Männer so gegen ein neues Kleidungsstück wehren. Irgendwann bekommen sie es ja doch wenn sie es brauchen, wenn nicht sofort dann eben später. Spätestens zu Weihnachten oder zum Geburtstag liegt der Pullover auf dem Tisch zu Hause. Wir haben ja schließlich fast alle Kinder oder andere Verwandte, und eines Tages kommen sie und fragen was Papa zu Weihnachten braucht. Und was sagt dann die Mama „eine Strickjacke, ich habe die alte in die Altkleidersammlung gegeben.“ Mein Mann bekam auf diese Weise jahrelang zu Weihnachten Schlafanzüge. Weil er ja angeblich nie einen neuen brauchte. Zum Geburtstag gab es den obligatorischen neuen Jogginganzug der früher schlicht und einfach Trainingsanzug hieß.

Sollte mein Gatte mal die Notwendigkeit eines neuen Hosenkaufs einsehen geht das Gefeilsche um den Preis los.

Ohne nach der Größe, Farbe oder Qualität zu sehen schaut er sich zunächst nur die Preisschilder an.

Die billigste Hose gefällt ihn, die will er und sonst keine. Schaue ich dann auf die Größe muss ich feststellen die passt einen 12-jährigen Jungen. Nun muss ich meinen lieben Werner davon überzeugen das die Hose zwar billig ist ihn aber nicht passt. Wenn ich ihn davon überzeugt habe geht die Suche weiter, nun allerdings in der Abteilung der Herrenoberbekleidung. Konsterniert geht er durch die Reihen und fragt  ,,warum gibt es hier keine so billige Hose wie am anderen Ständer?" ,, Na weil hier die Hosen für pfundige Männer und nicht für Knaben hängen“,  lautet meine Antwort. Aber ich komme nicht drumherum, die billigste Hose wird gekauft. Da es sich meistens um eine Jeans handelt, sieht sie nach ein  paar Monaten total ausgelatscht aus. Die Fasson ist hin und die Farbe lässt auch nach. Fange ich an über die Hose zu meckern höre ich immer den selben Spruch .,,Was du willst, die Hose ist doch gut, andere schneiden sich extra Löcher in die Hosen oder waschen sie solange bis die Farbe raus ist."  Entnervt warte ich auf den nächsten Schlussverkauf und nehme mir vor, diesmal dann kaufe ich ihm eine neue Jeans und die wird dann etwas länger halten. Aber wie der Schlussverkauf dann letztendlich endet brauche ich wohl nicht mehr zu erklären.

  Christel Dux

 

 



Eigene Webseite von Beepworld
 
Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist ausschließlich der
Autor dieser Homepage, kontaktierbar über dieses Formular!