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 an die Familie Rose und ihr Theater

 

Das Schauspielerpaar Bernhard *1865 +1927 und Emma Rose bekamen 1893 einen Sohn den sie Hans Rose nannten, es folgten noch zwei weitere Söhne 1900 Paul Arthur Max und 1902 Wilhelm Bernhard Max.

Von 1902 bis 1906 führte Bernhard Rose ein Lokal mit Saal-und Gartentheater .

An schönen Tagen, besonders natürlich in den Sommermonaten, wenn die Tage schön lang sind, besuchten  bis zu 2000 Gästen das Lokal und das  Theater „Altberliner Possen“.

Augenscheinlich mochte Vater Rose den Beruf des Schauspielers nicht besonders, er wollte eben wie jeder Vater, einen vernünftigen Beruf für seine Söhne. Er beschloss, der Älteste soll einmal den väterlichen gastronomischen Betrieb übernehmen, deshalb soll er Koch werden.

Hans Rose lernte Koch und schloss seine Prüfung ab, und kochte später immer mal wieder gerne.  Ohne seinen Vater davon zu informieren schloss er anschließen ein Engagement nach Tilsit ab. Den Ältesten Sohn hatte Vater Bernhard Rose nun an die Schauspielerei verloren, kein Wunder für einen Jungen der in Theaterkulissen aufwächst.

Hans Rose  Zitat:
 „Als Junge hatte ich ja Clown werden wollen, aber Schauspieler das war dann doch etwas anderes!  In Tilsit sprang ich gleich mitten in meinen Beruf hinein, und hier habe ich viel gelernt. Da ich eine gute Naturstimme hatte, wurde ich auch in Opern und Operetten beschäftigt. Ganz ohne Bühnenerfahrung war ich damals allerdings nicht. Als Vater sich 1911 entschlossen hatte, seine erfolgreiche Revue ‚Es gibt nur ein Berlin’ auf Gastspielreise zu schicken, ernannte er mich- ich war damals gerade achtzehn Jahre alt- zu seinem Stellvertreter und vertraute mir die Reiseleitung an.“

……….“Mir lag ja  vor allem daran, selbst zu spielen, und so vertrat ich stets die Komiker, wenn sie gerade einmal „verhindert“ waren. Da diese nun bald merkten, wie sie sich mal einen freien Tag machen konnten, waren sie sehr oft „verhindert“, und ich konnte immer wieder auf der Bühne stehen. Es kam sogar vor dass ich den Kapellmeister vertreten musste“.

Nach diesen Eindrucksvollen Erzählungen von Hans Rose kann man sich vorstellen dass diese Revue nicht immer großartig ankam.

Vater Rose war nun erst einmal entrüstet über des Sohnes Alleingang. Wütend brach er die Verbindung zu seinem Ältesten ab. Die Mutter allerdings blieb dran und blieb mit dem Sohn heimlich in Verbindung, sie unterstütze ihren Sohn heimlich, denn das große Geld verdiente er in Tilsit nicht gerade.

Eines Tages holte dann der Vater seinen Sohn wieder zurück in sein Theater. Wie er von seiner Frau hörte übernahm sein Sohn auch Operettenrollen, so einen Schauspieler, noch billig dazu, konnte auch Vater Rose gebrauchen.

1913 mit der „Dollarprinzessin“ begann Hans Rose seine Kariere in Berlin.

Dann kam der Erste Weltkrieg man konnte das Theater retten, es ging ohne nennenswerten Verlust weiter. Nach dem Krieg spielte Hans Rose wieder bei seinem Vater bis er wieder einmal in die Provinz ging um andere Luft zu schnuppern.

1927 starb dann Bernhard Rose an einem Schlaganfall und die Söhne übernahmen alles.

 

Auch Paul Rose *1900 wurde Schauspieler, er sollte eigentlich Jurist werden, juristischen Beistand kann jeder Betrieb hier und da mal gebrauchen. So stellte sich Vater Rose seinen Paul als Anwalt in seiner „Betrieblichkeiten“ vor. Nun hatte dieser auch schon zuviel Theaterluft geschnuppert und kam davon nicht mehr los. Schon vor dem Ersten Weltkrieg spielte er mit seinem jüngeren Bruder Willi heimlich in einem Theaterverein in seiner Umgebung. Als er dann mit seinem Jurastudium beginnen sollte war schon drei Jahre Krieg.

Der Vater brauchte Schauspieler und hatte nun nichts mehr dagegen das beide Söhne auf der Bühne standen. Paul lernte in der Schauspielschule im Deutschen Theater und unterstütze seinen Vater in der Leitung seines Theaters. Paul nahm dann auch einige Engagements in der Provinz an. In den 20ziger Jahren kam er dann wieder zurück und übernahm nach dem Tod des Vaters, mit den Brüdern zusammen, die Leitung des Hauses.

 

Auch Willi Rose *1902 ging einige Zeitlang in die Provinz spielen, doch sie fanden sich alle drei ein als das Erbe übernommen werden musste.

Wie es immer im Leben ist, damals so wie heute, irgendwann werden die Alten zu alt um Erneuerungen hinnehmen zu können oder  zu wollen. Der Elan fehlt, es fehlt nach all den Jahren  an Elan und man hat Angst vor neunen modernen Stücken. So war es auch bei Bernhard Rose, seine Kraft sein Schwung ließ nach, seine Söhne versuchten nun Erneuerungen. Mit viel Kraft wurde der Fundus erneuert, es wurde nun Gerhart Hauptmann gespielt.  Er wurde ein neuer Spielplan  zusammengestellt und als einziges Theater in Berlin veranstalteten die Roses noch 1927 eine Gedächtnisfeier zum 150.Geburtstag von Heinrich von  Kleist .    

Paul Rose führte Regie, Willi Rose verließ nach einigen Jahren die Leitung des Theaters und ging eigene Wege.

Es kam die Nazizeit und auch bei den Roses änderte sich einiges. Zitat Hans Rose:

„Das Dritte Reich legte uns wie auch allen anderen Beschränkungen auf. Wir sollten unbedingt KdF-Theater  (Kraft durch Freude) werden, haben das aber mit Geschick umgangen.“…….. „So habe wir öfters Schauspieler beschäftigt, die im Dritten Reich unbeliebt waren, und unsere Zuschauer haben uns dabei unterstützt, so gut sie konnten.   

Anderseits mussten wir uns in unserem Repertoire natürlich einschränken und konnten nur

spielen. So haben wir uns vielfach auf die Klassiker zurückgezogen, oder wir gaben Volksstück, Operetten und Schauspiele.“

Willi Rose ging inzwischen zum Film, ausgeschieden aus der Direktion des Rosetheaters macht er nun als Filmschauspieler Kariere.

1936 feierte man das 30zig Jährige Bestehen des Rosetheaters, es war ein voller Erfolg.

Inzwischen war das Theater erneuert worden, es gab eine Drehbühne, ein fahrbares Portal , eine neue Horizontanlage und ein vergrößerter Bühnenraum, so wie ein erneuertes  Garderobenhaus. 

Mutter Emma Rose war schon 1935 gestorben, sie hat nach dem Tod ihres Mannes, bis zu ihrem Tod,  in der Leitung des Theaters mitgewirkt.

Anfang 1937 gab es dann ein Highlight im Rosetheater, man spielte an zwei Sonntagen hintereinander beide Teile des Goethes Faust.  Der junge und der alte Faust von zwei verschiedenen Darstellern gespielt. Es war ein großer Erfolg.

 

1938 war dann das 25.Bühnenjubiläum von Hans Rose an dem dann wiederum ganz Berlin teilnahm. Es gab von allen Seiten Gratulationen, so Gratulierte Gerhart Hauptmann in einem Telegramm, Paul Dahlke und viele andere Kollegen .

Dann begann 1939 der Zweite Weltkrieg, man spielte so gut es ging weiter, es fehlten männliche Darsteller Hans Rose und sein Bruder Paul versuchten zu Retten was zu Retten ging, aber am 29.4.1945 ging dann doch noch das ganze Theater in Flammen auf.

Während der Kämpfe um Berlin wurde kurz vor Kriegsende das Rosetheater zerstört.

Das Rosetheater wurde nicht mehr aufgebaut. Paul Rose und seine Frau Traute gingen nach Westdeutschland wo er Intendant in Baden-Baden  wurde und seine Frau auch spielte. Taute Rose war in den Jahren des Rosetheater eine bekannte Schauspielerin geworden, die wie Paul und Hans jeden Abend auf der Bühne standen um ihr Publikum zu erfreuen.

Hans Rose spielte nach dem Krieg im Metropol Theater und sein jüngerer Bruder lebte in Westberlin, wo er ein bekannter Schauspieler geworden war. Hans Rose starb 1980 er bekam in der eine Gedenktafel zusammen mit seinem Bruder Paul Rose, der 1973 in Baden-Württemberg starb, in der Karl Marx-Allee, (Friedichshain-Kreuzberg)

Auch Vater  Bernhard Rose hat in Mitte in der Badstraße 58  eine Gedenktafel wo alles begann. Außerdem gibt es noch die Bernhard-Rose-Schule eine Sprachbehinderten Schule in der Singerstraße 87 in Friedrichshain-Kreuzberg.

 

Schon in den 30zigerjahren  verließ Willi Rose die Theaterleitung und versuchte eigene Wege zu gehen. Er wurde ein bekannter Filmschauspieler der Charakterrollen genauso gut spielte wie komische Rollen.  Es ist schade dass nie im Fernsehen seine alten Filme gezeigt werden.

1936 war sein erster Film „Allotria“ und „Verräter“.

1941 der weltbekannte Film „Zirkus Renz“ eine Zirkusstory wo Hass und Liebe nicht fehlt.

1953 „Der Hauptmann von Köpenick“ 1958 „Der eiserne Gustav“

Willi Rose fehlte damals in keinen Deutschen Spielfilm. Er spielte im Fernsehen Serien.

In den 70zigerjahren sah man ihm im Tatort 1975 „Die Rechnung wird nachgereicht“ und 1977 Tatort:“Feuerzauber“.

Ich kann mich noch genau an einige seiner Serien erinnern die immer im Vorabendprogramm liefen. 1962 natürlich noch in schwarzweiß wie damals alle Filme, Jedermannstraße 11, wo Willi Rose einen Hausmeister spielte der sich nicht nur um die Straße kümmerte sondern auch um die Bewohner und ihre Belange  des Hauses Jedermannstraße11. Er half hier und da aus, gab gute Ratschläge und legte Hand an wo er gebraucht wurde. Ich mochte die Serien und verpasste keine Folge. Auch an die Serie „Cafe Wernick“ kann ich mich noch erinnern.

1978 damals dann schon in Farbe. In der DDR gab es erst ab den 70zigerjahren Farbfernseher ohne Fernbedienung, die gab es bei uns erst Mitte der 80zigerjahre.

Viel zu früh starb Willi Rose 1978.

Ich habe immer das Gefühl man hat ihn vergessen, wenn die Roses auch Gedenktafeln an ihren Häusern haben, wo sie einst wohnten, Willi in der Bolivarallee 17 Charlottenburg-Wilmersdorf,  wo er  bis zu seinem Tod 1978 wohnte, könnte man ihn doch mehr Ehrung entgegen bringen.

Zum Beispiel könnte man doch einen Gebrüder Roseplatz oder Familie Roseplatz benennen.

Das es geht zeigt doch in Charlottenburg-Wilmersdorf  der Hans-Rosenthal-Platz.

Quelle

„Erinnerungen an das Rosetheater“ von Edith Krull/Hans Rose Henschelverlag Berlin 1960.

 

 

 

 

 

 



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