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DIE QUITZOWS RAUBRITTER DER MARK BRANDENBURG IM MITTELALTER

 Autorin Christel Dux

 

Von jeher wurde das Gebiet zwischen Oder und Elbe, Ostsee und Erzgebirge von den Herrschenden vernachlässigt. Zu weit östlich langen die Länder. 1300 ging die Mark Brandenburg von der Altmark um Salzwedel und Stendal bis ins östliche Neumark um Küstrin und Landsberg an der Wahrte.

Ohne Herrscher  und ohne Haupt nahmen sich die Adligen was sie brauchten. 1373 legte Karl IV. ein Landbuch an. Er kaufte dieses vernachlässigte Gebiet den Wittelsbachern für eine halbe Million Gulden ab. Penibel wie es seine Art war legte er ein Landbuch an, ließ Bilanz ziehen und inspizierte das Land 1377 selbst. Erstaunt musste er feststellen was  alles in der festen Hand des Adels lag. Die meisten Burgen und Städte waren für ihn verloren und damit auch keine Einnahmequellen. In Brandenburg bestand aus 72 größere Städte 51 Kleinstädte, Burgen mit Burgsiedlungen und 175 Dörfern in der Altmark. Adelsgeschlechter in der Prignitz waren  unter anderen Gans zu Putlitz und die Quitzows. Cuno von Quitzow war ein Lehnsherr des Gans von Putlitz. Seine Söhne waren Rauflustige Gesellen die es in die Mark Brandenburg zog. Nach dem Tod des Kaisers 1378 war die Mark wieder Herrenlos. Keiner der Nachfolger Kaiser Karl IV. interessiert die Mark Brandenburg sonderlich, sondern sie betrachteten Brandenburg als melkende Kuh.  Auch König Sigismund hatte daran kein großes Interesse. Für ihn war seine Wahl zum römisch- deutschen Kaiser wichtiger. Dabei unterstütze ihm der Hohenzollern Bruggraf Friedrich der VI. von Nürnberg. Inzwischen stand das Land kurz vor dem Kollaps. Die stärksten Adelsfamilien hatten die Herrschaft übernommen und jeder kämpfte gegen jeden. Besonders schlimm trieben es Dietrich und Johann von Quitzow. Dankbar für die Wahlhilfe schickte Kaiser Sigismund den Burggrafen von Nürnberg als Hauptmann und Landesverweser in die Mark Brandenburg. Mit einer Bestallungsurkunde  von Kaiser Sigismund bewappnet zog  Friedrich VI.  von Hohenzollern Bruggraf von Nürnberg

am 21.Juni 1412mit einem Gefolge fränkischer Ritter in die Mark ein. Er war dazu auserkoren hier wieder die Ordnung herzustellen, was auch die Bestallungsurkunde besagt.

Zeit durch Krieg und aus anderen Ursachen schwer verfallen und ins Verderben
gekommen, wieder aufbringen.>
So stand es in der Urkunde von Kaiser Sigismund.

Die Berliner indessen versuchten sich mit den kriegerischen Quitzow Brüdern gut zu stellen. Kam einer der Brüder nach Berlin gaben die Ratsherren im Rathaussaal ein großes Gelage und hinterher wurde er mit Musik und Fackelzug in sein Quartier begleitet. Solange die Quitzow Brüder mit den Berliner in Frieden lebten konnten sie die Kaufleute auf den Straßen nicht überfallen. Dietrich von Quitzow der grausamste der Brüder gefiel es bald nicht mehr. Was brachte ihn dieses friedfertige Leben schon ein, außer ein Gelage,- gar nichts. So entschlossen sie sich 1406 die Stadt und Burg Köpenick zu überfallen und das Schloss zu besetzen. Von hier aus zogen sie zu ihren Beutezügen aus.

Nun wurden absichtlich Grenzstreitigkeiten provoziert.  Mal sollte ein Berliner Fischer in unerlaubten Köpenicker Gewässer gefischt haben, mal soll ein Feldarbeiter verbotenen Wege betreten haben.  Unerlaubte Wege, die nicht von Fremden betreten werden sollten, mussten mit einer so genannten Wiepe gekennzeichnet  werden.

Eine Wiepe war eine Stange mit einem Stohwisch die an der Stelle eingepflanzt wurde wo der Weg nicht betreten werden sollte. Einer der Quitzows ließ nun die Wiepen  vom Weg entfernen und der Berliner Bürger ging den gewohnten Weg. Hinter dem Rücken ließ Quitzow die Wiepen wieder einrammen.  Angehalten konnte der „Sünder“ nun so viel beteuern wie er wollte, er hätte keine Wiepe gesehen, er wurde in den Kerker gesperrt. Anfangs versuchte der Rat noch diese Streitereien Gewaltlos zu lösen, als dies nicht geschafft wurde kam es zu offenen Kämpfen. Bevor man einen offenen Kampf gegen jemanden begann warf man den Fehdehandschuh, einfacher gesagt man kündigte den bevorstehenden Kampf an.

Später in der Neuzeit nannte man das dann eine Kriegserklärung abgeben.

1410 nun viel Dietrich von Quitzow ohne vorher eine Fehde anzukündigen, mit seinen Kumpane über Berliner Viehherden her, die vor den Toren der Stadt weideten.  Die Hirten erschlug er und das Vieh trieb er nach Bötzow,  dem heutigen Oranienburg.

Die Berliner läuteten die  Sturmglocken und die Bürger versammelten sich zur Verfolgung der Übeltäter. An ihrer Spitze ein Ratsmitglied, Niklas Wyns der schon  für die Quitzow Brüder manches Gelage gegeben hatte. Man holte die Viehdiebe in der Jungfernheide ein, doch die Rebellen konnten den Kampf für sich entscheiden. Sechzehn Bürger darunter auch Wyns wurden an Händen und Füssen gefesselt in den Kerker geworfen. Der Rat wandte sich nun schriftlich an Dietrich von Quitzows, er solle das Vieh zurückgeben und wegen „Mord“ und „Knochenzerhauen“ soll er Buße zahlen. Die Antwort Dietrichs von Quitzow lautete:

< Ich kann euch strafen, wie man unedle Leute strafen soll, die unedle Dinge schreiben. Könnte ich von Eurem noch mehr habhaft werden, so würde ich das mit Ehren wohl behalten>

1412 zog dann der Burggraf Friedrich von Hohenzollern, nun Friedrich I. in Berlin ein. Seine Residenz wurde Berlin-Cölln. Johann von Quitzow sagte als Friedrich mit seinem Gefolge einmarschierte

 <Was will der Fremdling hier in unserer Mark? Wir  können den Nürnberger Tand hierzulande nicht brauchen! Und wenn’s ein Jahr hindurch Markgrafen von Nürnberg regnete, wir ließen sie nicht aufkommen. Schließlich wollen wir unsere Burgen und Schlösser doch behalten.>

Die Quitzows besaßen die Burgen und Städte Plaue, Rathenow, Friesack, Bötzow, Köpenick, Saarmund, andere Burgen waren in der Hand ihrer Freunde den Bredows, Rochows und Putlitz.  Dietrich war mit einer Sydow und Johann mit einer Bredow verheiratet.

An der Kremmener Damm kam es zum ersten Kampf zwischen Friedrich I. doch diesmal siegten noch einmal die Raubritter mit Hilfe der Pommernherzöge, doch diese zogen sich danach zurück. Friedrich I. suchte sich nun Verbündete, da alle an einem gesicherten Durchgangsland interessiert waren hatte er bald aus allen Ländern Hilfe. In die Enge getrieben gaben die Quitzows einige Burgen und Städte frei. Den größten Teil behielten sie aber noch. Als aber die alte Kampflust der Brüder wieder zum Vorschein kam es erneut zu Kämpfen. In Frankenförde erschlugen sie einen Schulmeister, nachdem sie ihn zuvor nackend ausgezogen hatten.

Im Februar 1414 begann Friedrich I. mit der Belagerung der Burg Dietrich von Quitzows. Für diesen Kampf lieh er sich vom  Landgraf von Thüringen „Die Faule Grete“ aus. Ein neuartiges Atilleriegeschütz das mit schweren Steinkugeln das Mauerwerk der Burgen durchschoss. Es ließ sich nur schwer von Stelle bewegen und der Bauer der dieses Aufgabe erhielt nannte es deshalb   die „Faule Grete“.

Die Berliner  schmolzen voll Begeisterung die Glocken der Marienkriche zu Kanonen um.

Dietrich von Quitzow konnte im letzen Augenblick fliehen, die führerlose Burgbesatzung öffnete den Angreifern die Tore. Nun konnte Friedrich I. nach Plauen ziehen und belagerte dort Johann von Quitzow. Selbst die 3.60 Meter starken Mauern der Burg widerstanden den Kugelhager nicht.

Johann versuchte zusammen mit seinem Bruder Henning und seinem Knecht Dietrich Schwalbe zu fliehen, sie wurden aber gefangen. In der Kirche zu Plaue wurde Johann von Quitzow „in den Stock gesetzt“. In seiner Burg ergaben sich die zurückgebliebenen Verteidiger – hatte der Bruggraf ihnen doch freien Abzug versprochen. Johann von Quitzow wurde dem Magdeburg Erzbischof übergeben und in seiner Burg in Calbe in Haft gehalten.  1415 erließ Friedrich I. in Tangermünde ein Landfriedensgesetz, auf dessen Grundlage die Friedensbrecher verurteilt wurden.

Nach seiner Flucht war Dietrich viele Jahre nicht zu fassen, was scherte ihm das Landfriedensgesetz, er durchstreifte  weiterhin Städte und Dörfer und beraubte Diener des Burggrafen. Eine Meisterleistung war der Überfall des magdeburgischen Dorfes Vierietz, keine 20 Kilometer von Plaue und dem feindlichen Belagerungsheer entfernt . Sogar einen Vetter vom ihm, in der Prignitz, stattete er einen Besuch ab dem Claus von Quitzow raubte er „Harnisch und andere Geräte“, überfiel die umliegenden Dörfer, brannte eine Scheune nieder, und nahm sogar einen anderen Vetter Hennig als Gefangenen mit. Unterschlupf fand er in Mecklenburg- Stargard, von wo er immer wieder in die märkische Prignitz einfiel.  Den auf Wallfahrt befindlichen Pritzwalker Bürger Claus Schimmelpfennig raubte er Geld und Pferd.  Aber auch aus Mecklenburg wies man Dietrich von Quitzow wieder fort, nach dem Friedrich I. mit den Herzögen ein energisches Machtwort sprach.

Der zeitgenössische Chronist Engelbert von Wusterlitz berichtet:

>Johann von Quitzow brauchte nur zwei Jahre in Gefangenschaft auf dem Schlosse zu Calbe, und nicht etwa in dessen Kerker, zuzubringen. Dann machte er seinen Frieden mit dem Kurfürsten und konnte, neu belehnt mit seinen Gütern, in die Prignitz zurückkehren. Hier endet sich gutes und böses mit den Quitzowen.>

Johann von Quitzow aus seiner Haft entlassen schloss sich gleich wieder mit seinem Bruder Dietrich zusammen, auf alt hergebrachte Weise ging es auf Raubzug ins Brandenburgische. Sie raubten Pferde, brannten Häuser nieder, erschlugen Männer. 1416 am Silvesterabend nahm Dietrich einem Kaplan, des Markgrafen von Tangermünde, sein Ross weg und zog ihn nackend aus. Wusterlitz schreibt:

<Im Jahre 1417 ist Dietrich von Quitzow, so der Mark mancherlei Schaden zugefügt und sie heftig beleidigt hat, in der Familie Veltheim zuständigen Schlosse Harpke (bei Helmstedt) gestorben.>
Die Schwester Mathilde die den Schlossherren von Vertheim geheiratet hatte gab dem Bruder Asyl, der inzwischen ein mittelloser Flüchtling fern der Heimat war.

1421 bekam Johann von Quitzow seine Ländereien zurück – um der Dienste willen, die Johann dem Kurfürsten und dem Land in Zukunft leisten solle. 1429 war er zum Landeshauptmann aufgestiegen, der seiner Rauflust nicht verlustig, zog er 1422 mit 180 Reitern auf die übliche Weise gegen die Handelsstädte Hamburg und Lübeck. Auf der Landstraße wurden wohlhabende Reisende aufgelauert und beraubt.  Aber diesmal mussten sie ohne Beute  vor der  alarmierten Heeresmacht der Städte flüchten.

Die raublustigen Ritter flohen in das Schloss Lauenburg des Herzogs Erich von Sachsen - Lauenburg.

Der lieferte sie allerdings, unter den Versprechen dass sie an Leib und Seele verschont bleiben, der Streitmacht aus. Sie durften auch nach einem Lösegeld wieder weiterziehen, was Johann vor weiteren Raubzügen im Ausland nicht abhielt. Der letze große Überfall war dann 1433 wo er mit seinen Räubern die mecklenburgische Stadt Grabow überfiel. Der Bürgermeister klagte:

<Sie hebben dar genomen de gantze her tzschap , koge und ossen und pferdt ....(Kühe, Ochsen und Pferde) und vele unser Bogher hebben ze gemordet ander dod deschlagen.>

1437 starb Johann von Quitzow , und er Kurfürst überschreibt der Witwe Agnes ein Jahr später einen Teil der Kyritzer Abgaben als Leibrente.

Das Raubritterwesen hörte nie ganz auf, auch die Nachfahren der Quitzows gingen diesem Broterwerb nach. Für den Ritterstand galten damals diese Raubzüge als ehrenhaft und standesgemäß, die ja die wirtschaftliche Existenz der Ritter darstellte. Kaufleute die nach Berlin kamen oder Berlin verlassen wollten, bekreuzigten sich vorher vier Mal und beteten das „märkische Kaufmannsgebet“

<Vor Köckeritz und Lüderitz

vor Krachten und vor Itzelblitz

behüt‘ uns lieber Herre Gott!

Die hier aufgezählten Namen waren märkische Adelsnamen. Jedermann wusste darüber Bescheid, wie die Herren ihre Vermögenslage aufbesserten, und die Straßenjungen in Berlin sangen:

<Mord und Stehlen ist keine Schand, es tun ja die Besten im Land!>

Der Boden der Mark Brandenburg war zu karg und zu dünn besiedelt, die Abgaben für die Feudalherren waren zu kärglich, um dem Lebenswandel den sie sich wünschten führen zu können, so wurden sie eben zwischendurch mal Wegelagerer. Viele Nachkommen des Kurfürsten Friedrich I. von Joachim I. bis zum Soldatenkönig Friedrich I. mussten sich mit diesem Problem noch herumschlagen.

 

WIE ES DANACH WEITER ING IN DER MARK BRANDENBURG

 

Die Nachfolger hatten alle noch einen schweren Stand den Räubern gegenüber.  Der Kurfürst Johann I. +1499 schreibt seinem Sohn Joachim I. in seinem Testament:

<Liebster Prinz! Ich hinterlasse Euch ein großes Land, allein es ist kein deutsches Fürstentum, in dem mehr Zank, Mord und Grausamkeit im Schwange gehen, als in unserer Mark. Wehrtet doch solchem Unwesen und schaffe, dass Eure Untertanen liebreich und sanftmütig bei einander wohnen mögen. Vergesst nicht, den Adel im Zaum zu halten, des dessen Übermut verübt viel Böses. Strafet sie, wenn sie die Grenzen der Landesordnung übertreten. Lasset ihnen nicht zu, dass sie jemanden über Gebühr beschweren können. > Johann Cicero an seinem Sohn Joachim 1499.

Joachim I. erst sechszehnjährig als sein Vater starb versuchte sich durch Heirat dem Kuratel seines Onkel Friedrich zu entziehen. Er heiratete die dänische Prinzessin Elisabeth. Schon der Einnahmen wegen lag auch ihm  ein ordentlicher  und sicherer Handel und Wandel am Herzen, so versprach er seinen Untertanen und dem Adel „ er werde ohne Rücksicht auf Rang und Stand jeden Hinrichten lassen  der beim Rauben gefasst würde.“ Allerdings war das eine besondere Schwierigkeit, denn die Herren machten sich mit Masken oder schwarzer Farbe unkenntlich.  Zunächst allerdings wollten einige den Kurfürsten an den Kragen. Jung wie der Kurfürst war dachten sie leichtes Spiel mit ihm zu haben, doch sie haben nicht damit gerechnet verraten zu werden.  Die Wälder von Brandenburg und Köpenick dienten von jeher zur Jagd für den Adel. Auch Joachim I. jagte gerne und ausgiebig in Köpenick und Umgebung wo er dann auch im Schloss Köpenick wohnte. Der Anführer der Räuberbande ein Herr Otterstedt  nagelte nun an die Schlafzimmertür des Kurfürsten  einen Zettel mit dem stand: Joachimken, Joachimken, hütte di!

Wo wi di kriegen, da henken wi di!

Ein Bauer der zufällig mit anhörte was Otterstedt erzählte und plante verriet die Räuberbande und dessen Anführer.

Joachim I. ließ nun die schon ausgeströmten Unholde umzingeln und festnehmen. Sie wurden zum Tode verurteilt, ihre Köpfe wurden abgeschlagen.  Seinem Oheim Friedrich der Alte Malgraf von Ansbach  schrieb er:

<Nicht adliges Blut hab ich vergossen, sondern nur Schelme, Mörder und Räuber richten lassen. Wären diese redliche Edelleute gewesen, so würden sie keine Verbrechen begangen haben.>

Joachim I.

1535 an seinem Totenbett nahm er seinen Söhnen das versprechen ab unbeirrt am katholischen Glauben fest zu halten. Die Entwicklung verläuft dann doch anders.

Joachim II  hatte mit seinem Vater kaum Gemeinsamkeiten, er war ein verschwenderischer Herr. Er liebte die Jagd, wüste Gelage und Vergnügen aller Art. Die Berliner waren ihm dennoch dankbar, da er 1539 das lutherische Glaubensbekenntnis zur Landesreligion machte. So lange tendierten die Berliner zum protestantischen Glauben. In der Cöllner Domkirche nahm Joachim II. das Abendmahl entgegen. Die Berliner Bürger vollzogen ihren Übertritt in der Nikolaikirche.

1536 verfügte der Kurfürst Joachim II., dass alle daheim abkömmlichen Bauernkinder auf dem Gut gegen geringen Lohn dienen mussten. Dadurch hatten die Gutsherren immer reichlich Arbeitskräfte. Der Kurfürst hatte Schulden und wollte den wohlhabenden Adel für sich gewinnen, es war ihm jedes Mittel recht so verfügte er 1540 einen Bauern in den Turm zu stecken, der seine Herrschaft ohne zureichenden Grund verklagte. Was ein zureichender Grund ist bestimmte das Kammergericht, und die fanden keinen Grund einen Gutsherren zu verklagen. Gleichzeitig begann Joachim II. mit der Auflösung der Kirchengüter wobei es wieder bei der Auflösung der Klöster zu Gegensätzen kam.  Besonders umkämpft wurde das Zisterzienerinnenkloster  Heiligenrabe. Das Quitzowsche Geschwisterpaar  Dietrich auf Rühstädt und seiner Schwester Anna von Quitzow, sie war die letzte Äbtissin des Klosters kämpften verbittert gegen die Säkularisation.  Lieber zeitliche Strafe als ewige Pein wollte sie erdulden“, waren ihre Worte. Es kam sogar zu Handgreiflichkeiten zwischen den Nonnen und dem Vogt Curt von Rohr. Die Nonnen verteidigten ihr Kloster mit Stangen und Steinwürfen. Sie drohten den Vogt an sollte er noch einmal kommen würde er totgeschlagen.  Am 3. Oktober 1543 belagerten dann zwei Hauptleute mit ihren Landsknechten das Kloster und schnitten jegliche Zufuhr an Lebensmittel ab. Jetzt setze sich der Bruder Dietrich von  Quitzow aus Rühstdädt für seine Schwester und das Kloster ein. Doch auch sein Versuch mit Briefen an den Landesherrn konnte den Verfall nicht aufhalten. Die Nonnen unterwarfen sich  und die höheren Töchter wurden heim geholt. Schließlich entschloß man sich zu einem Komprmiss. Die Äbtissin Anna von Quitzow entschuldigte sich für Ungehorsam nahm die protestantische Lehre an und zog am 17 April 1548 mit all ihren Nonnen wieder ins Kloster Heilgengrabe ein. Für 5 000 Gulden kaufte sie das Kloster Curt von Rohr wieder ab. Der hatte diese Summe vom Kurfürsten Joachim II. als Entschädigung erhalten. Das nunmehr evangelische Klosterstift wurde  Tzu underhaldung armer oder gebrechlicher jungfrauen von adell“ umgewandelt. Es steht bis heute in der Prignitz.

1571 zog es Joachim II. wieder zu einer Jagd und einem Gelage im Schloss Köpenick.  Man sprach am Tisch über Christi Tod und Auferstehung. Der malte ein Kruzifix auf den Tisch und ging zu Bett. In dieser Nacht starb er noch an Erstickungsanfällen. Man nahm an er wurde vergiftet und da musste dann auch ein Täter her, der schnell gefunden wurde. Ein Jude, wie konnte es auch anders sein, hat den Kurfürsten vergiftet hieß es gleich.

Der jüdische Münzmeister Lippold wurde der Tat verdächtigt und damit die ganze Sache auch Hand und Fuß hatte wurde er auch gleich  unschuldig der Veruntreuung von Geldern angeklagt. Danach wurden dann die Juden aus der Mark Brandenburg  verjagt. Der Sohn Joachim II. Georg lebte ein bescheidenes Leben und Geld sammelte ich in der Kasse. Die Chronisten vermerkten <das man in seiner Regierungszeit bei Hofe trunkene Leute nur dann gesehen habe, wenn ein fremder Besucher im Schloss sei.>

 

Der Dreißigjährige Krieg  1618 –1648 dann entvölkerte das Land.

Kurfürst Georg war ein unentschlossener Mensch, der es mit keiner Seite verderben wollte, mit dem Kaiser nicht und nicht mit den Schweden. Seine Bemühungen um Neutralität hatten zur Folge, das beide Krieg Führende Heere die Mark Brandenburg als Feindesland ansahen, und mordend, plündernd und brandschatzend von Ort zu Ort zogen. Hungersnot und Seuchen dezimierten die Bevölkerung. Der Kurfürst hatte sich selbst weit vom Schuss in Ostpreußen in Sicherheit gebracht.

Der Bürgermeister von Köpenick schieb in ins Köpenicker Landbuch :

„Von solcher Beschwerung ist das Städtlein also verwüstet, dass es vast ganz wüst worden und nicht mehr als 14 Bürger vorhanden sein .Wenn aber solche Kriegsbeschwerung durch Gottes Hilfe nicht geendet wird, so werden die noch vorhandenen 14 Bürger das irige auch quittirn und das verwüstete Städtlein bloß stehen lassen müssen.“

In der Mark Brandenburg lebten 1625   ca. 15 600 Menschen nach dem Krieg  1645 waren es noch  2200 Überlebende.  Wie leergefegt waren die Gebiete.

Von 1640 regierte der Kurfürst Friedrich Wilhelm *1620 +1688, der „Große Kurfürst“ in Brandenburg Er wurde 1620 in den Krieg hinein geboren. Zwischen 1634 und 1637 war er zu einem Bildungsaufenthalt in den Niederlanden. Seine erste Gemahlin war aus den Niederlanden Luise Henriette von Nassau –Oranien. Sie starb allerdings schon 1667. Der Große Kurfürst  holten nun Siedler in sein Land und begann langsam mit der wirtschaftlichen Verbesserung von Brandenburg. Sein Sohn   Friedrich III. *1657 +1713. er  wurde 1701  zum König von Preußen gekrönt. Im Laufe der Jahre vergrößerte und stabilisierte  sich das Land es kam zu Gebietsveränderungen und das Land Preußen entstand. Unter der Regierung Friedrich I. wurde Berlin zur Residenzstadt . Die rege Bautätigkeit des Königs strapazierte den Fiskus enorm und 1713 bei Tod des Königs stand man schon fast vor dem Ruin, es wurde schon über seine eventuelle Entmachtung nachgedacht.  Die Bauern liefen vor den Steuereintreibern in den Wald sie wollten keine Steuern mehr zahlen, die ständig erhöht wurden

 

 Sein Sohn  Friedrich Wilhelm I. *1688 +1740  übernahm die Regierung und wurde der legendäre „Soldatenkönig“. Er war sehr unbeliebt bei seinen Zeitgenossen und wurde verächtlich der „Korporal auf dem Thron“ genannt. Er liebte nichts so sehr wie seine „Langen Kerls“ die er aus allen Ländern ins Land holte. Einige ließen sich kaufen, ihre Armut zwang sie dazu, die anderen wurden mit Gewalt angebracht. Wer in dieser Armee war kam nie wieder raus. Es kam vor das in Rom ein langer Mönch zur Flucht überredet wurde. Mütter waren froh wenn ihre Söhne damals klein und schmächtig blieben. Die Werber nahmen alles was groß über 1.80 Meter waren, auch kriminelle und asoziale Elemente waren dabei. Bei dem geringsten Vergehen gab es Prügelstrafe und Spießrutenlauf. Die Männer durften nicht heiraten und hatten kaum Ausgang, deshalb war die Selbstmordrate sehr hoch, was der König nicht verstehen konnte. Die Regimenter bestanden aus  zwei-bis dreitausend Männern, eine doch beachtliche Zahl.

<Die Leute wollen mir forciren (etwas gegen mich durchsetzen) aber sie sollen nach meiner Pfeife tanzen, oder der Deubel hole mir; Ich lasse sie hängen und braten wie der Zahr und traktiere sie wie Rebellen. Friedrich Wilhlem I.

Jähzornig und wild führte er sich allen gegenüber auf, nicht nur seiner Familie sondern auch dem Volk gegenüber. Mit seinem Stock prügelte er auf alle los wenn ihm die Antwort nicht gefiel oder er nicht sofort eine bekam. Die Berliner hatten sich ein Warnsystem ausgetüftelt: Wer ihn zuerst aus dem Schloss kommen sah , fing an zu pfeifen, welches von Straße zu Straße weitergegeben wurde. Und wer nicht unbedingt unterwegs sein musste verkroch sich in seinem Haus. Einmal versteckte sich ein Berliner vor ihm, der König ließ ihn fangen und zu ihm bringen „Warum versteckt Er sich!“ „Ich habe Angst Majestät“ war die wahrheitsgemäße Antwort . Der König prügelte mit seinem Stock auf ihm ein und schrie „Ihr sollt mich nicht fürchten, sondern liebe“!

Friedrich Wilhelm I. versuchte die Kriminalität zu unterbinden und kannte keine Gnade, alle Kriminalangelegenheiten mussten ihm zur Unterschrift vorgelegt werden.  Oft war ihm die Strafe zu niedrig und er änderte sie in eine Todesstrafe um. Einen zehjährigen Jungen der etwas zu essen gestohlen hatte, ließ er hinrichten.

Anders sah es bei seinen Langen Kerls aus, als da mal einer straffällig wurden und zum Tode verurteilt wurden ließ er wieder seinen Stock sprechen. Bei einem Diebstahl war einmal ein Musketier dabei, die Diebe wurden gefangen und zum Tode verurteilt.

Dies erfuhr der König und bestellte die Richter zu sich und ließ sich die Urteilsbegründung erklären.  Als einer der Richter dieses Urteil für richtig erklärte holte der König aus und schlug ihn mit seinem Stock blutig. Einer der Richter blutete am Kopf und einen schlug er ein paar Zähne aus, als sie flüchteten lief er mit erhobenen Stock hinterher . Natürlich wurde der Lange begnadigt, während seine Kumpels alle hingerichtet wurden. Auch seiner Familie gegenüber führte sich  Friedrich Wilhelm I. wie ein Berserker auf, davon kann man in den Tagebüchern der Tochter Wilhelmine nachlesen.

"Wir führten das traurigste Leben der Welt. Früh, so wie es sieben schlug, weckte uns die Übung von dem Regimente des Königs auf. Sie fand vor unseren Fenstern,  die zu ebenen Boden waren statt.

Das ging den ganzen Morgen unaufhörlich Pfiff, Puff, und den ganzen Morgen hörte das Schießen nicht auf. Um zehn gingen wir zu meiner Mutter und begaben uns in ihr Zimmer neben denen des Königs, wo wir den ganzen Morgen versaufen mussten. Endlich kam die Tafelstunde. Das Essen bestand aus sechs kleinen übel zubereiteten Schüsseln, die  für vierundzwanzig Personen hinreichen mussten, sodass die meisten vom Geruche satt werden mussten. (Zu essen gab es meistens Erbsen mit Speck oder Hammelkaldaunen (Innereien) mit Weißkohl. Der König kontrollierte selbst die Speisekarte).

Am ganzen Tisch sprach man von nichts, als von Sparsamkeit und Soldaten.“

Weiter schreibt Wilhelmine:

„Ich wurde täglich malträtiert, und die Königin warf mir fortgesetzt die Liebenswürdigkeit des Königs vor. Mit meinem Bruder ging es ebenso. Sobald der König ihm etwas befahl, pflegte sie es ihm zu verbieten. Wir wussten schon oft keinen Rat, da wir es beiden nicht recht machen konnten. Den ganzen Tag überhäufte er mich und meinen Bruder mit Schmähungen. Der König nannte mich  die englischen Canaille, und meinen Bruder hieß er Schuft von einem Fritz. Er zwang uns, Dinge zu essen und zu trinken, die uns widerstanden.... was uns manchmal nötigte  in seiner Gegenwart alles von uns zu geben was wir im Magen hatten“. Bezeichnend dafür war die folgende Situation, die, die österreichische Schriftstellerin Thema Leiter in ihrem Buch „Skandal bei Hof“ beschreibt:

<Der König legte einmal den an der Tafel sitzenden persönlich die Gerichte vor – nur die Teller der Kinder blieben leer. Sie mussten warten, bis alle anderen gegessen hatten, dann durften sie sich die Reste nehmen. Kaum wollten sie zulangen spuckte ihnen der Vater auf die Speisen.>

Es kam vor das der König seine Tochter vom Rollstuhl aus schlug, und sie in panischer Angst laut französisch um Hilfe brüllend, durch das Schloss lief, während der Vater laut schimpfend mit dem Rollstuhl hinterher fuhr.  Die Hohenzollern leideten alle unter Gicht und einige auch unter Wassersucht.

Schulbildung war für den König nicht wichtig. Förderung von Kunst und Kultur gab es überhaupt nicht mehr. Grundlage seiner Erziehung war das Pflichtgefühl.

Gegen  den Willen des Vaters ließ die Mutter Sophie Charlotte den Kinder Unterricht geben. Prinzessin Wilhelmine galt damals als gelehrteste Prinzessin. Fritz schloss sich dem Unterricht an. In der Freizeit wenn der Vater nicht im Schloss war, musizierten beide gerne. Überhaupt waren sich die Geschwister bin den Tod sehr zugetan. Die ältere Schwester Wilhelmine liebte ihren kleinen Bruder und beide hatten keine Geheimnisse voreinander. Doch kam der Vater hinter diesen heimlichen Unterrichts und nicht nur die Bücher flogen an die Wand, nein die Kinder flogen gleich hinterher. Friedrich Wilhelm fasste seine Tochter in die Haare und schleifte sie durchs Zimmer, sodass ihr Kleid am Kamin Feuer fing, erst da ließ er sie los damit sie ihre Garderobe löschen konnte.

Angesichts dieses Familienlebens war es kein Wunder das sich der Sohn entschloss seinem tyrannischen Vater zu entfliehen. Wieder einmal  1730 nach einem Streit mit seinem Vater, nachdem er eine Tracht Prügel mit dem Stock seines Vaters einstecken musste, entschloss sich Friedrich zur Flucht.  Der damals 18 jährige Kronprinz hatte schon seit längerer Zeit alles für eine Flucht vorbereitet. Er schieb noch schnell einen letzen Brief an seinen Freund Hans Hermann von Katte, der sich bereit erklärt hatte, ebenso wie der Freund Christoph von Keith, an der Flucht teilzunehmen.  Aber aus welchen Gründen auch immer geriet dieser Brief in falsche Hände und die Flucht scheiterte. Am Vorabend einer Reise nach Dresden die er mit seinem Vater machen sollte, erzählte er seiner Schwester von seinen Fluchtplänen.

Vergebens versuchte sie den Bruder zurückzuhalten, doch er wollte nach England und nur weg vom tyrannischen Elternhaus. Als Friedrich dann des morgens sein Pferd besteigen wollte wurde er von den Wachen festgenommen. Vergeblich versuchte er sich mit einem morgendlichen Ritt aus der Affäre zu ziehen, es half nichts er wurde eingesperrt. Sein Vater erhielt den verräterischen Brief, ging auf seinen Sohn los und sprang ihn an die Gurgel. Auf die Frage warum er hätte fliehen wollen, entgegnete Fritz, „weil Sie mich wie einen Sklaven behandeln“.  Friedrich Wilhelm I, zog seinen Degen und ging mit blanker Klinge auf seinen Sohn los – mit Mühe gelang es einigen Offizieren den Rasenden zu bändigen.

Natürlich nahm sich auch der Vater die Tochter zur Brust, die, und davon war er überzeugt etwas von der Flucht des Bruders gewusst haben muss. Wilhelmine gab es gedrückt nach „eingehender Befragung“ zu. Der Vater schlug ihr mit der Faut ins Gesicht. Als Wilhelmine hinfiel trampelte er auf sie herum, zog sie dann an den Haaren durchs Zimmer. Die Mutter schrie laut um Hilfe.  Wilhelmine konnte tagelang ihr Bett nicht verlassen, ihr Körper war zerschunden ihre Seele kaputt.

 

 

 

 

 

 

 

Hans von Katte und Friedrich wurden in Küstrin gefangen gehalten. Ein Hochverratsprozess wurde im Jagdschloss Köpenick vorbereitet. Diese Gebiet nutze der König immer für seine Jagd, ebenso wie die Gegend um Wusterhausen, deshalb heute auch Königs Wusterhausen.  Im Wappensaal des Schlosses fand am 28.Oktober 1730 die Verhandlung statt. Während die beiden Leutnants zu lebenslanger Haft verurteilt wurden, wollte der Richter Friedrich begnadigen. Doch dem Vater gefiel das Urteil nicht. Friedrich Wilhelm I. änderte das Urteil in ein Todesurteil für alle drei Männer um. Christoph von Keith,  konnte noch im letzten Moment nach England fliehen. Als Hans Hermann von Katte sein Todesurteil im Küstriner Gefängnis überreicht bekam rief ihm der Kronprinz auf französisch zu:

„Also mein lieber Katte, ich bitte dich um Vergebung, dass ich dich in das Unglück, worin du jetzo steckst, gestürzt habe.“  Hierauf antwortete der Leutnant, „meine gnädiger Kronprinz, Sie haben nicht Ursache, mich um Verzeihung zu bitten, wenn ich zehn Leben zu verlieren hätte, so wollte ich sie gern darum geben, wenn Eure königliche Hoheit mit Dero Herrn Vater, dem König, darum könnten versöhnt werden.“

Darauf antwortete Katte:“ Mein lieber Kronprinz, Sie haben nicht Urasch, mich um Verzeihung zu bitten, wenn ich zehn Leben zu verlieren hätte, so wollte ich gern darum geben, wenn Eure Königliche Hoheit mit dero Hernn Vater, dem König, darum könnten versöhnt werden.

Entsetzt nahm  das Volk und die ganze Welt das Urteil des Königs gegen seinen eigenen Sohn zu Kenntnis. Wo gab es so etwas das ein König seinen eigenen Sohn zum Tode verurteilt hat. Unter dem Druck der Öffentlichkeit musste der Vater seinen Sohn begnadigen. Aber dennoch musste Fritz ins Gefängnis unter besonders harten Haftbedingungen. Friedrich Wilhelm I. wollte nun ein Exempel statuieren, sein Sohn sollte bei der Hinrichtung seines Freundes dabei sein.

So geschah es dann auch  zwei Mal viel er dabei in Ohnmacht. Katte wurde,

Der Kopflose Leichnam blieb so einige Stunden liegen, bis später Bürger die sterblichen Überreste des Leutnants in eine Sag legten, und ihn auf dem Soldatenfriedhof begruben. Später wurde der Kronprinz aus seiner strengen Haft entlassen und durfte aber die Stadt nicht verlassen. Er bekam eine Wohnung und arbeitete als einfacher Verwaltungsbeamter. Seine Schwester Wilhelmine wurde nun mit  Friedrich Markgrafen von Bayreuth verheiratet. Diesmal stimmte sie sogar zu, denn solange es ging verweigerte sie ich einer Verheiratung, was natürlich nicht ohne Prügel abging. Der Vater ließ ihr sagen, würde sie freiwillig heiraten „würde durch diese Heirat die Ungnade, so ihr allerliebster Bruder empfunden hätte, leichtlich wiederum in völlige Gnade verwandelt werden können.“

Die Freiheit ihres Bruders vor Augen konnte sie nicht Nein sagen. Sie fand sogar gefallen am Markgrafen. Die Hochzeit fand am 20 November 1731 statt. Mitten in den Hochzeitsfeierlichkeiten  trat Friedrich in den Saal. Er war ärmlich angezogen und  sah ziemlich verwahrlost aus, die Schwester erkannte in zunächst nicht. Als sie ihn dann doch erkannte viel sie ihm um den Hals, doch Fritz blieb kühl. 

 

Lange Zeit konnte er seiner Schwester nicht verzeihen das sie sich zur Ehe hat zwingen lassen. Obwohl  er ihr  auf der einen Art auch sehr dankbar war, schließlich hat sie durch ihre Heirat auch zu seiner Freilassung beigetragen. „Mir opferst Du Ruh, Herz und Hand, als Deiner Freundschafts sich’res Unterpfand“ schrieb er ihr einst. Später versöhnte er sich aber wieder mit ihr, nicht zuletzt weil auch er gezwungen wurde eine ungeliebte Frau zu heiraten. Das Leben der Wilhelmine hier zu beschreiben ist kaum möglich. Auch diese Ehe die anfänglich gut begann war die Hölle. Die Bayreuther waren verarmt und hausten in einem heruntergekommenen Schloss.  Die Zimmer hatten teilweise zerbrochene Fensterscheiben, der Schwiegervater war ein Trinker und schlug sich des Öfteren mit seinem Sohn. Wilhelmine beschimpfte er. Friedrich Wilhelm I. war kaum einmal bereit seiner Tochter zu helfen. Alles Finanzielle wurde vor der Ehe geregelt. Mehr Geld oder Hilfe wollte er seiner Tochter nicht zukommen lassen. Im Gegenteil der König verlangte sein Darlehen, welches es er dem hoch verschuldeten Markgrafen von Bayreuth einst gab zurück. Im August 1732 brachte Wilhelmine ihre Tochter Friederike zur Welt, die auch bald wieder  mit dem  Herzog von Württemberg verlobt wurde, den sie mit 16 Jahren 1748 heiratete. Wilhelmines weiters Leben bestand nur aus Reisen nach Berlin und Bayreuth, aus Schmähungen, Hunger, Schläge, Krankheiten und zu sehen wie sie ihren, doch einst sehr geliebten Mann, an eine Mätresse verlor.

Der Bruder half ihr öfter so gut er konnte.

1758 als ihr Bruder im Siebenjährigen Krieg war, schrieb Wilhelmine noch mal ihrem Bruder einen Brief.

„Dies ist vielleicht mein letzter Brief, den ich Ihnen schreiben kann...... Ich bin so schwach das ich mich kaum noch aufrecht halten kann.“ Noch zwei Briefe konnte sie mit eigener Hand schreiben, „.... man trägt mich im Tragesessel und fährt mich im Rollstuhl.“ Am 14 Oktober 1758 starb Wilhelmine zurück blieb ein Gedicht welches sie ihrem Bruder einmal schrieb. „Du den ich liebe von der ersten Jugend,

o Bruder, den ob aller seiner Tugend, ich doppelt lieben und verehren muss. Du, den der Himmel schuf, die Herzen zu regieren, nimm diesen tränenfeuchten Abschiedsgruß.. „

1733 wurde Friedrich von seinem Vater gezwungen die Prinzessin Elisabeth von Braunschweig-Bevern zu heiraten. Er mochte sie nicht fand sie hässlich.  Noch in der Hochzeitsnacht schrieb er seiner Schwester „soeben ist die ganze Zeremonie vorüber. Gott sei gelobt, dass sie überstanden.... Hoffentlich sehe ich Sie bald wieder und kann Ihnen versichern, dass ich ganz der Ihre bin.“...

 

Das Fritz der nun ab 1740 König von Preußen war und später  Friedrich der Große genannt wurde die mit seiner Gattin großen Kontakt hatte ist allgemein bekannt. Auch die Kriege und Errungenschaften die er in seiner Amtszeit vollbrachte sind bekannt. Zu Beginn seiner Amtszeit holte er

Christoph von Keith aus England zurück und machte ihn zu seinem Stallmeister. Er hob die Folter auf und verbot das Ertränken von Kindermörderinnen. Sie wurden nun nicht mehr eingeschnürt in einen Sack ins Wasser geworfen, sondern enthauptet.

Die Religion müssen alle toleriert werden, und muss der Fiskal nur das Auge darauf haben, dass keine der anderen Abbruch tue, denn hier muss jeder nach seiner Fasson selig werden. Die Toleranz muss jedem Bürger die Freiheit lassen, zu glauben, was er will.

Friedrich II

Sein musizieren hat er zeitlebens nicht aufgegeben. In seiner Tafelrunde saßen nur geistvolle Männer, eine Zeit lang auch Voltair.  Diese Freundschaft zerfiel später, war doch Voltair ein begeisterter Befürworter der Homosexualität Friedrich des Großen, die allerdings bis heute noch nicht nachgewiesen werden konnte.

©Christel Dux

 

 

Literatur :Die Quitzows Raubritter und Gutsherren Jan Feustel

Berliner Sagen Schlicker und Kiessig

Unter Roten und Schwarzen Adler Bentzien

 

 

 

 

 

 

 




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